Mediation statt Trennung (40h)

Eine 5-tägige Fortbildung für zertifizierte Mediator*Innen, die mit Paaren am Erhalt ihrer Beziehung arbeiten wollen. Der Workshop erschließt ein neues Feld der Vermittlungstätigkeit auf der Basis paarsoziologischer und subjekt-kultureller Konzepte.

Die Fortbildungsstunden können gemäß der ZMediatAusbV von 2017 (Zertifizierte Mediatoren-Ausbildungsverordnung) anerkannt werden.


THEMA: Einzigartigkeit - Faszination und Provokation für das Zusammensein

Menschen in modernen Paarbeziehungen leben - bewusst oder unbewusst - mit einem strukturellen Widerspruch:

Liebe setzt Einzigartigkeit des Anderen voraus, jedoch muss Gemeinsamkeit entwickelt werden können. 

 

Vielen Paaren gelingt es, Individualität und Paaridentität als Basis des Zusammenleben herzustellen, zu erhalten zu fördern und eine Balance zwischen beidem herzustellen. Für diese nicht abschließbare Arbeit, entwickelt jedes Paar seine Strategien. Viele stolpern jedoch immer wieder. Je nach Belastungssituation, kann sich die prekäre Natur eines auf Liebe gegründeten Zusammenlebens zeigen. Das fordert zu immer mehr kommunikativer Tätigkeit heraus, Gemeinsamkeit herzustellen kann aber zugleich als überfordernd erlebt werden.

STOSSRICHTUNG: Differenz kommunizieren, ohne Gemeinsamkeit aufzugeben

Als Instrument konzipiert, für eine Arbeit mit Paaren, die zusammenbleiben wollen, ist Mediation weit mehr als ein Verfahren zur Konfliktlösung. Mediation kann Paaren helfen, durch Hilfestellungen in der Kommunikation Individualität und Differenz für das Zusammenleben fruchtbar zu machen, und somit das strukturell Widersprüchliche zusammenzuführen.

 

Bei der Aufgabe des Paares, Gemeinsamkeit und Differenz kommunikativ herzustellen, kann Medition in Belastungssituationen kurzfristige Unterstützung, Identitätsarbeit und kommunikative Strategien anbieten.

INHALT: Spielformen von Identität, Intimität, Individualität, Liebe

In der Fortbildung geht es um das Verstehen des Paares als kulturell bedingter Sozialform, um in einer Mediation zu bearbeitende Themenfelder und um methodische bzw. technikbezogene Besonderheiten. Wir lernen das System Paar als eine von andern Sozialformen unterschiedene Beziehungsform, nämlich als diffuse Sozialbeziehung kennen, die ihre eigenen Merkmale und Voraussetzungen hat. Wir lernen wichtige Themen des Paares kennen, welche einzelne Konfliktfelder bilden bzw. vielmehr diese einbetten: Individualität, Intimität, Identität, Liebe.

 Wir widmen uns den verschiedenen, die Kommunikation des Paares prägenden Subjektkulturen der Gegenwart.

 

Zwischen klassischer Mediation, Coaching und Therapie: Ein neues Mediationsformat muss sich entwickeln...

Mediation für Paare-Verfahren arbeiten daran, die kommunikative Praxis des Einzelnen, wie des Systems Paar, zu verbessern:
  • In dem sie Selbstverstehen, Fremdverstehen, Systemverstehen in Alltags- in Entscheidungsproblemen und in Krisen ermöglicht
  • Indem sie ein niedrigschwelliges Training  von Reflexions- und Steuerungsvermögen bietet 
  • indem sie das Paar unterstützen, Gemeinsamkeit durch Kommunikation herzustellen
Konzeptuell geschieht dies im Rückgriff auf kulturelle Konzepte, die Mediator*Innen helfen
  • ein kollektiv- und generationsspezifisches Gefüge von explizitem und implizitem Wissen und Praktiken der Akteure im Paar zu beobachten und sichtbar zu machen
  • ein Gleichgewicht zwischen Individualismus und Resonanz zu erarbeiten
  • autonome Ziele, sowie durch den je anderen ergänzungsbedürftige Ziele herauszuarbeiten, transparent und bearbeitbar zu machen 
  • Paare darin zu unterstützen, dem "destabilisierenden Sog reiner intimer Wechselwirkung" zu entgehen

Rein praktisch gesehen müssen

  • Mediative Kompetenzen für das spezielle Paarsetting erweitert werden
  • Mediativ geführte Einzelgespräche mit Coaching-Elementen gepaart werden
  • einzelne Klassiker der Mediation, insbesondere die Phase der Themenarbeit neu definiert und angepasst werden

Ort & Termin(e)

Die Fortbildung findet an 5 zusammenhängenden Tagen in Berlin, von einem Mittwoch Nachmittag bis zu einem Sonntag Nachmittag, statt.

 

  • 10.-14.4.2019

Teilnahmegebühr inkl. Unterlagen

Kosten pro Teilnehmer*In:

350 € für Absolventin der IKM Ausbildung (interculture)

600 € für Privatzahler

850€ für institutionell finanzierte Teilnehmerbeiträge

Für eine deatillierte Beschreibung der Fortbildung klicken Sie bitte hier:

Anmeldung für einen Fortbildungstermin

Nutzen Sie bitte für Ihre Anmeldung das Nachricht-Formular. Geben Sie den Fortbildungstitel sowie Ihren Terminwunsch an. Wir melden uns gern bei Ihnen und senden Ihnen per E-Mail die Anmeldebestätigung.

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns gern: mail@schule-interkultureller-mediatoren.com